Atmungssystem
Das Atmungssystem (vitalenergetische Ebene) besteht aus zwei Elementen: dem Einatmungs- und dem Ausatmungspunkt. Die zwei Orte liegen innerhalb der jeweiligen Einheit und repräsentieren durch ihre Verbindung die Kommunikation (Austausch) und den pulsierenden Kreislauf. Die Energie kreist vom Einatmungspunkt unterirdisch zum Ausatmungspunkt, wo sie teilweise in die Landschaft ausgeatmet wird und von dort überirdisch wieder zum Einatmungspunkt gelangt. Das System bringt dadurch einer Atmung ähnlich ständige Bewegung und Kontinuität in den Lebensfluss einer Landschaft. Das Atmungssystem ist mit dem Halschakra des Menschen (im Bereich des Kehlkopfs) vergleichbar.

Chakra
Mit Chakra (Sanskrit, wörtlich: Rad, Diskus, Kreis) werden die Verbindungsstellen zwischen dem Körper und dem Äther- und Astralleib des Menschen bezeichnet. Die sieben Hauptchakren des Menschen befinden sich entlang der Wirbelsäule bzw. der senkrechten Mittelachse des Körpers. Diese Verbindungsstellen sind trichterförmig über die Körperoberfläche hinausragende Wirbel. Sie sind durch einen zentralen Kanal verbunden, durch den die Energien der Erde auf- und die Energien kosmischen Ursprungs absteigen und sich verbinden.

Elementarwesen
siehe nachfolgend unter emotionale Landschaftsebene

Emotionale Landschafsebene
Die emotionale Landschaftsebene wird dem Element Wasser zugeordnet. Diese Gefühlsebene (astrale Ebene) ist bewusstseinsdurchflutet. In der Landschaft findet diese Ebene ihren Ausdruck in den Elementarwesen. Unter diesem Überbegriff kennt die Volksüberlieferung seit vielen Jahrhunderten z.B. Zwerge und Gnome als Erdwesen, Sylphen und Feen als Luftwesen, Nixen und Nymphen als Wasserwesen sowie Salamander und Musen als Feuerwesen. Diese wurden im Zuge der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert ins Reich der Mythen und Märchen verbannt, können jedoch von Sensitiven wahrgenommen und von hellsichtigen Menschen detailliert beschrieben werden. In verschiedenen Ländern wie Island ist das Selbstverständnis bezüglich der Existenz von Elementarwesen tief verankert. Im Bauamt der Hauptstadt Reykjavik kennt man beispielsweise eine Zwergen- und Elfen-Beauftragte, die bei Bauvorhaben prüft, ob Lebensbereiche von Elementarwesen nachteilig tangiert werden. Elementarwesen sind nicht mental, jedoch emotional vom Menschen ansprechbar und zu Interaktionen fähig. 

Erdungspunkt
Am Erdungspunkt (vitalenergetische Ebene) ist die gesamte vitalenergetische Ebene mit allen Systemen und Punkten der Landschaft in der Erde, in der Materie verankert und verwurzelt. Bildhaft gesprochen fließt hier die Energie der entsprechenden geomantischen Einheit wie durch eine trichterförmige Verengung in die Erde. Gleichzeitig ist dies auch der Ort, von wo sich die irdische Kraft konzentriert und potenziert in die Landschaft – über die ganze Einheit – ausbreitet. Der Erdungspunkt ist mit dem Wurzelchakra des Menschen (beim Steißbein) vergleichbar.

Gaia-Hypothese
Die Gaia-Hypothese wurde von der Mikrobiologin Lynn Margulis und dem Chemiker, Biophysiker und Mediziner James Lovelock Mitte der sechziger Jahre entwickelt. Sie besagt, dass der Planet Erde in einem gewissen Sinn als lebender Organismus betrachtet werden kann. Dabei wird angenommen, dass die Gesamtheit aller lebenden Organismen im Sinne der Selbstorganisation die Bedingungen schafft und erhält, die dieses Leben überhaupt ermöglichen. Die Lebewesen bilden somit zusammen mit den nichtlebendigen Teilen der Erde ein dynamisches System, welches die gesamte Biosphäre durch Rückkopplung stabil hält. Ob die Erde als Lebewesen angesehen wird oder nicht, ist eine Definitionsfrage des Begriffes „Lebewesen“. Die Ausmalung des Sinnbildes „Lebewesen“ wird unterschiedlich weit genutzt. Verschiedentlich gehört ebenso zur Gaia-Hypothese, dass ein Planet durch kooperative Effekte zur Homöostase (Selbstregulation) befähigt sei. Aus der Gaia-Hypothese ist die Physiologie der Erde (Geophysiologie) entstanden. Der Name leitet sich von Gaia, der Erdgöttin und großen Mutter der griechischen Mythologie, ab.

Geomantie
Geomantie bedeutet laut Duden die «Kunst, aus Linien und Figuren im Sand wahrzusagen» und erklärt damit eine Orakelmethode, wie sie vor allem im vorderen Orient praktiziert wurde. Im Unterschied dazu wird dieser Begriff heute jedoch im Sinne der alten und seit einigen Jahrzehnten wiederentdeckten europäischen Kunst und Wissenschaft verwendet, „natürliche Energieströme und Energiezentren der Landschaft auszumachen und in die Gestaltung des menschlichen Lebensraumes einzubeziehen. Ihr Anliegen besteht also darin, menschliche Handlungen im allgemeinen und bauliche Maßnahmen im besonderen mit den sichtbaren und unsichtbaren Dimensionen der Erde in Einklang zu bringen“.

Geomantischer Wahrnehmungsprozess
Für die Erfahrbarkeit von nichtstofflichen Landschaftsphänomenen werden verschiedene Wahrnehmungskanäle verwendet. Zur körperlichen Wahrnehmung gehören Körperhaltung, Reaktionen der Muskeln und Sehnen, Tiefen- und Innenwahrnehmung, allgemein die Feststellung von Körperreaktionen als Resonanzphänomen auf Wirkungen des Umfelds. Diese Resonanzeffekte werden auch in der Radiästhesie genutzt. Nichtkörperliche Wahrnehmungskanäle sind die Resonanz in den Chakren, Veränderungen in der Aura, emotionale Empfindungen, innere Schau, Imagination, Inspiration, Intuition und vieles mehr. Allen Wegen ist gemein, dass ohne vorgefasste Meinung beobachtet und ausgewertet wird. Sensitiven Personen sind auch ohne Schulung und Training differenzierte Wahrnehmungen möglich. In der Regel entsteht eine umfassende und hoch differenzierte geomantische Wahrnehmungsfähigkeit aber erst nach jahrelanger Übung.

Diese Wahrnehmungen sind grundsätzlich subjektiv, können jedoch durch das Zusammenfließen von Wahrnehmungen mehrerer Personen teilweise objektiviert werden. Wesentlich ist der Sachverhalt der Intersubjektivität, der Verbindung des Subjekts (wahrnehmender Mensch) mit dem Objekt (wahrgenommener Ort) und der daraus möglichen Interaktion, die ungeahnte Erfahrungsmöglichkeiten öffnet. Versucht wird also nicht – wie bisher in den Naturwissenschaften – durch eine strikte Trennung von Betrachter und betrachtetem Objekt Erkenntnisse zu gewinnen, sondern – genau gegenteilig –, indem sich die betrachtende Person mit dem betrachteten Gegenstand (Raum, Ort, Landschaft) empathisch verbindet. Erkenntnis entsteht dabei durch die mit dem Wahrnehmungsprozess ausgelöste Erfahrung. Wahrnehmungen beruhen auf Resonanzphänomenen. Resonanz ermöglicht Interaktion und Informationsaustausch.

Gleichgewichtssystem-System (Yin-Yang-Zentren)
Das Gleichgewichtssystem (vitalenergetische Ebene) besteht aus zwei Polen: dem Yin-Zentrum (Minus-Pol) und dem Yang-Zentrum (Plus-Pol). Bei größeren Einheiten (z.B. Stadtgebiet, Tal) findet sich auch ein Verbindungs- bzw. Gleichgewichtspunkt auf der Verbindungsachse der beiden Pole. Das Yin-Yang-System ist das Gleichgewichtsorgan der Landschaft. Das System hält durch die Verbindung  zwischen diesen Zentren die energetische Balance im Landschaftsraum. Das Gleichgewichtssystem ist mit dem Sakralchakra des Menschen (im unteren Bauchraum) vergleichbar.

Herzzentrum
Zusammen mit dem vitalenergetischen Zentrum vitalisiert, belebt und erneuert die am Herzzentrum (vitalenergetische Ebene) ausströmende feinstoffliche Energie die Landschaft. Wie bei einer Umwälzpumpe das Wasser, wird sie an diesem Zentrum aus der Landschaft pulsierend „eingezogen“, auf die Herzschwingung eingestimmt und regeneriert, um sich danach wieder “auszubreiten“. Das Herzzentrum ist mit dem Herzchakra des Menschen (auf Herzhöhe) vergleichbar.

Identitätsverankerung (Engelfokus)
Dieses Zentrum (vitalenergetische Ebene) wird auch „Engelfokus“ genannt. An diesem Punkt ist die Intelligenz, die Identität eines Ortes verankert. Durch das Halten von identitätsschaffenden Informationen und die daraus entstehenden Impulse entwickelt sich im Landschaftsgefüge eine damit übereinstimmende Qualität. Auch der geistige Aspekt der Landschaft ist an diesem Ort durch eine fokussierende Verbindung mit dem „Engelozean“ verankert. Der Punkt ist mit dem Stirnchakra des Menschen („Drittes Auge“ über der Nasenwurzel) vergleichbar.

Kosmische Verankerung (Kronenchakra)
Die kosmische Verankerung (vitalenergetische Ebene) ist der Gegenpol des Erdungspunktes. Es ist ein Ort, an dem die gesamte vitalenergetische Ebene mit allen Systemen und Verbindungen der Landschaft im Kosmos verankert ist. Bildhaft gesprochen fließt hier die Energie aus der entsprechenden Einheit trichterförmig in den Kosmos. Gleichzeitig ist es auch der Ort, von dem sich kosmische Kraft konzentriert und potenziert in die Landschaft ergießt. Die kosmische Verankerung ist dem Scheitelchakra des Menschen (auf dem Kopf) vergleichbar.

Naturregenerationszone
Das ist ein „Rückzugs- und Erholungsort“ für die Naturkräfte innerhalb eines städtischen Landschaftsgebietes (nicht in jedem Siedlungsgebiet vorhanden). Durch diesen „ruhenden Pol“ schafft sich die Natur innerhalb des menschlichen Siedlungsraumes einen fokussierten Bereich, in dem eine Erneuerung der verschiedenartigen Kräfte für einen größeren Bereich einer (Stadt-)Landschaft stattfinden kann. In dieser Zone sind alle Ebenen – die vitalenergetische, die emotionale und die seelisch-geistige – gleichermaßen vertreten.

Ortsqualitäten
Als Ergänzung der Erfassung quantitativer materieller Elemente eines Ortes (Geländetopographie, Bodenbeschaffenheit, Flora, Fauna, Naturbelassenheit, Komposition der Elemente wie Bäume, Felsen, Gewässer usw.) werden bei der Betrachtung und Einschätzung von Ortsqualitäten die nicht sichtbaren und nicht stofflichen Wirkungsebenen und deren innere Zusammenhänge untersucht. Orte werden dabei als mehrdimensionale Räume erfahren, die eine strukturgebende, vitalenergetische, emotional-bewusstseinsmäßige und seelisch-geistige Komponente aufweisen und mit ihrem näheren und weiteren Umfeld auf vielfältige Weise in Verbindung stehen.

Pan-Punkt
Der Pan galt in der antiken griechischen Mythologie als Gott der Natur und des Waldes und wurde als Mensch mit Hörnern und Ziegenfüßen dargestellt. Die Kirche missbrauchte diese Darstellung als Teufelsgestalt. Der Pan ist ein Elementarwesen, eine Naturintelligenz, die eine koordinierende Funktion im Naturreich innehat. Der Pan ist nicht ein Herrscher, sondern ein Mittler zwischen dem Pflanzen- und Tierreich. Bei ihm laufen in einem Landschaftsraum „die Fäden zusammen“. Er ist der gute Hirte. Nicht umsonst wurde er von den Hirten jahrhundertelang verehrt. In slawischen Ländern heißt Pan Herr.

Seelisch-geistige Landschaftsebene
Die seelisch-geistige Landschaftsebene ist mentaler Natur und dem Element Luft zugeordnet.  Die vermännlichte Bezeichnung „Genius Loci“ (lateinisch für Schutzgeist bzw. Seele des Ortes) spiegelt seit Jahrhunderten den Versuch des Menschen wider, unsichtbare Ortsqualitäten in der (Stadt-)Landschaft zu umschreiben und mit dem identitätsbildenden Charakter eines ortsdurchwirkenden Geistwesens in Verbindung zu bringen. Marko Poga─Źnik bezeichnet diese Ebene als „Ausdehnung des mehrdimensionalen Raumes, durch die sich das Göttliche in der Landschaft offenbart“. Sie bildet so gesehen eine Urmatrize, durch welche die schöpferischen Kräfte über die emotionale und vitalenergetische Landschaftsebene in den materiellen Landschaftsraum einfließen können, um die vielgestaltige Entfaltung des Lebens zu ermöglichen.

Ursprüngliche Qualiät (reiner Punkt)
Der Punkt der ursprünglichen Qualität (vitalenergetische Ebene)  – auch „reiner Punkt“ genannt – ist besonders geeignet für eine bewusstseinsmäßige Kontaktaufnahme mit der ursprünglichen Qualität des Landschaftsraumes vor der menschlichen Besiedlung.Vitalenergetische Landschaftsebene
Die vitalenergetische Landschaftsebene ist ätherischer Natur und dem Element Feuer zugeordnet. In ihr befinden sich die für einen Landschaftsbereich notwendigen geomantischen Lebenskraftsysteme, die alles Lebendige mit Lebensenergie versorgen. Diese Wirkungsebene wurde in der abendländischen Tradition Äther genannt und verbindet als transzendentes fünftes Element die vier materiellen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer. Der Begriff Äther kann als Entsprechung des chinesischen Chi und des indischen Prana verstanden werden, beides Begriffe für eine alles Materielle durchströmende Lebensenergie.

Vitalenergetisches (sternförmiges) Zentrum
Zusammen mit dem Herzzentrum vitalisiert, belebt, erneuert die am vitalenergetischen oder sternförmigen Zentrum (vitalenergetische Ebene)  ausströmende Lebenskraft die Landschaft. Die Energie der geomantischen Einheit wird durch dieses Zentrum gefiltert und dadurch fortwährend mit der Resonanz des Lebensimpulses und der Vitalenergie in Verbindung gebracht.
Aus dem Zentrum treten strahlenförmig – einer Sonne gleich – Energielinien aus, die mit anderen geomantischen Punkten des vitalenergetischen Systems in Verbindung stehen. Es wird deshalb auch „sternförmiges Zentrum“ genannt. Es ist mit dem Solarplexus des Menschen (über dem Nabel) vergleichbar.

Dieses Glossar wurde übernommen aus dem Buch „Erlebnis Erdwandlung – Berichte und Texte einer Zeitzeugenschaft“. Darin weitere Quellenangaben. Das Buch enthält persönliche Berichte zur Erdwandlung von 42 geomantisch geschulten AutorInnen, Hintergrundtexte dazu und Grundlagen der Geomantie. 2008, 7. Auflage 2011, 522 Seiten, Verlag Ch. Möllmann, ISBN 978-3899790986.

 

 













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